CORONA-BLOG wöchentlich ab KW 17 (bis KW 16 täglich)  eure Geschichten in der Unterrubrik


Gedanken über die Pandemie KW 22


Meine Woche KW 22 und der letzte regelmäßige BLOG-Eintrag

Farbe bekennen!

Selten habe ich Bundeskanzlerin Angela Merkel so aufgeschlossen, ja fast gelöst, gesehen.  In der Livesendung „Farbe bekennen“  wurde sie zum Konjunkturpaket befragt. Die gigantische Summe von 130 Milliarden Euro wurde beraten und verhandelt. Eine gewaltige Summe, das so noch nie auf den Weg gebracht wurde. Aufgeteilt in die Senkung der Mehrwertsteuer, ein Milliarde für Kunst und Kultur. (Dazu  hatte ich eine Geschichte in der KW 21 platziert). Ein Familienbonus in Höhe von dreihundert Euro für alle soll kommen.  Investitionen in Forschung, Klima und Umwelt. Keine Prämien für Verbrennermotoren. Und noch weitere Punkte. Wie immer gibt es Befürworter und Skeptiker der Pläne. Diesmal hält sich die Kritik in Grenzen, die Zustimmung ist größer. Es geht doch, innerhalb zwei Tagen haben sie alles über die Bühne gebracht, man kann nur hoffen, dass es in diesem zügigen Tempo und bei allen anderen noch ausstehenden Thema, Stichwort Grundrente, weiter so vorwärts geht. Bis zum ersten Juli soll das alles in Kraft treten.

 

Das Ganze beschert der Union hohe Zustimmungswerte, die sie seit langem nicht mehr hatten. Die Mehrheit der Bürger findet die Beschlüsse gut bis sehr gut. Die Politik zeigt Einigkeit und das spiegelt eine gewisse Positivität aus, die wir alle in der Krise benötigen. Es wird lange dauern, bis sich das alles refinanziert hat, das werden nachfolgende Generationen deutlich spüren. Es kommt jetzt darauf an, was Corona macht. Wird uns im Herbst eine  neue Welle erreichen, wie wirkt sich das auf die Neu-Infektionen aus und kann sich die Wirtschaft erholen? "Farbe bekennen", Offenheit und Transparent sind weiterhin dringend nötig, die Pandemie ist noch nicht vorbei.

 

Zur gleichen Zeit versinkt Amerika in Unruhen und Rassismus. Der ehemaliger Verteidigungsminister James Mattis kam mit einem deutlichen Seitenhieb auf Trump in die Schlagzeilen: „Donald Trump ist der erste Präsident in meiner Lebenszeit, der nicht versucht, das amerikanische Volk zu einen – der nicht einmal vorgibt, das zu versuchen. Stattdessen versucht er, uns zu entzweien.“ Die Bürger seien Zeugen der „Konsequenzen von drei Jahren ohne reife Führung. Wir können uns ohne ihn vereinen und dabei Kraft aus der Stärke unserer Zivilgesellschaft ziehen". Trump hatte zuletzt gedroht, „Tausende“ Soldaten gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen, nachdem Demonstranten in mehreren Städten gewalttätig geworden waren und es Plünderungen gab. Wenn man dieses Dilemma verfolgt, muss man beruhigt sein, dass wir in unserem Deutschland wohnen.

 

Die letzten Wochen waren hektisch, weil wir uns endlich entschlossen haben, das Bad zu renovieren. Hätten wir vorher gewusst, welcher Aufwand und wie viel Stolpersteine kommen, wir hätten es gelassen. Ärger mit den Handwerkern, Dreck und Staub und immer wieder hat irgendetwas unverhofft nicht gepasst. Jetzt ist bald ein Ende in Sicht. Corona war für mich nur vorhanden, wenn ich in die Geschäfte ging. Oft habe ich die Maske vergessen und lief zum Auto zurück. Gesellschaftlich habe ich noch nichts vermisst und nur einmal waren wir mit den neuen Ab-standsregeln in einem Restaurant konfrontiert. Meinen am Anfang von Covid-19 geführten täglichen Blog und ab KW 17 regelmäßigen Wochenblog beende ich mit dem heutigen Tag und mein letzter DANK geht heute an alle, die meine Gedanken gelesen haben. DANKE auch für die zahlreichen Rückmeldungen.

 


Gedanken über die Pandemie KW 21


Meine Woche KW 21

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: "Wir lassen niemanden alleine" - oder doch?

In dieser Woche legte ich mein Augenmerk auf die Situation der Künstler. Was erleben sie seit Corona und wie halten sie sich über Wasser überlegte ich. Youtube und Facebook schwappen über mit Videos und Selbstporträits von Sängerinnen und Sänger, von Kabarettisten und Schauspielern. Eine Geschichte hat mich sehr bewegt. Chronologisch erzählt die selbstständige Sängerin Vera Klimt ihre Erfahrungen.

 „Nach dem Lockdown, Mitte März mussten ich und mein Freund, der Musiker ist, alle Veranstaltungen absagen. Zunächst waren wir beruhigt, als am 23.3. die Hilfe für Selbstständige angeboten wurde. 2.800 € landeten zwei Wochen später auf meinem Konto. Die Freude hielt nur vierzehn Tage, das Geld durfte nur für „Betriebskosten“ ausgegeben werden, die bei uns minimal sind. Wir bestreiten aus unseren Gagen die Mittel zum Lebensunterhalt. Das heißt, wir dürfen unter Androhung von Strafe, falls die Kriterien nicht erfüllt sind, nur 600,-€ von der Soforthilfe behalten. Der Betrag entspricht in Summe den Ausgaben für Betriebskosten innerhalb drei Monaten. Am 16.4. wird den Selbstständigen der Antrag auf Grundsicherung angeboten, die Vermögensprüfung wird bis Juni ausgesetzt, dafür liegt ein Antrag mit sehr sehr vielen Seiten vor, Vermögensnachweise bis ins Mini-Detail. Ein Riesenaufwand für einen Monat Grundsicherung? Wir haben Berufsverbot und sind nicht arbeitslos. 20.4.: Ministerpräsident Söder kündigt 1000,-€ So-forthilfe (für drei Monate) für Soloselbstständige an, mit denen man auch die privaten Kosten decken kann. Endlich raus aus der aktuellen Notlage, dachten wird. Es dauert ewig bis die Anträge online sind und dann die Ernüchterung. Wer Soforthilfe (die vermeintlichen 2.800.-€) erhalten hat, wird nach der ersten Frage enttäuscht.  „Haben sie bereits Soforthilfe beantragt“? Ich klicke ja. Dann erscheint die Meldung, dass ich aufgrund dessen nicht mehr berechtigt bin für diese Art der Hilfe. Babysachen müssen dringend angeschafft werden, mir geht es schlechter. Meine Ärztin rät mir, zu Ruhe und viel Liegen. Ich telefoniere mich durch viele, viele Stellen ohne Ergebnis. Nichts, keine Antwort, keine Lösung und seit drei Monaten keinerlei Einnahmen, die mein Partner und ich verzeichnen können. 29.04.2020 Kulturstaatsministerin Monika Grütters kündigt „Ausfallhonorare“ für Künstler an. Gottseidank, endlich Hilfe. Ich lese mich ein. Diese gelten nur für Veranstaltungen, für vom Bund geförderte Einrichtungen? Schön für die Bayreuther Festspiele,  in unserem Zwei-Musiker Haushalt trifft das auf kein einziges Engagement für ganz 2020 zu. Ab Mitte Juni bin ich in Mutterschutz. Ich bekomme Mutterschaftsgeld. Wie sich das berechnet? Anhand meines Einkommens, zwölf Monate vor der Geburt. Ich habe doch von Mitte März bis Mitte Juni gar nichts mehr verdient. Ob man bitte einfach das Jahr 2019 als Grundlage nehmen kann. Nein, dazu müsste das Gesetz geändert werden. Ich schreibe drei Mails an Familienministerin Giffey. Natürlich keine Antwort. Unser Konto zeigt nur noch rote Zahlen. Ich fühle mich nicht allein gelassen. Ich fühle mich einfach nur komplett verarscht. Seit über 13 Jahren arbeite ich hart als selbstständige Künstlerin, versuche mir etwas aufzubauen, anzusparen, zahle pünktlich meine Steuern. Dass jetzt die vierte Hilfe für Solo-Selbstständige einfach nur heiße Luft ist, macht mich unglaublich wütend und zeigt mir, was Kunst für unsere Politik wirklich wert ist: NICHTS." (Diese Geschichte hat die Künstlerin auf Facebook veröffentlicht, hier in gekürzter Form).

Soforthilfe, Grundsicherung, Ausfallhonorar, diese Instrumente greifen trotzdem in vielen Fällen nicht!

Das Schicksal der hochschwangeren Vera zeigt mir wie planlos alles in vielen Bereichen läuft. Nicht nur planlos sondern unverhältnismäßig und vorallem von den zuständigen Stellen  nicht gut durchdacht. Die Ver-sprechungen klangen und klingen gut, doch wenn man ins „Eingemachte“ schaut, wird alles irrsinnig kom-pliziert für die Menschen und wieder beweist sich das Bürokratie-Monster in Deutschland als destruktiv.

Es ist doch wie bei der Grundrente, die seit Jahren hin und her diskutiert wird. Erst am 15.5. kam es zur ersten Lesung im Bundestag. Beschlossen ist die Grundrente seit Januar. FDP und AFD lehnen die Grundrente ab, den Linken ist sie nicht gut genug gestaltet und die CSU wehrt sich vehement. Vorgeschoben wird die Sachlage, der noch fehlenden Finanzierung in Höhe von 1.3 Milliarden. Ein lächerlich kleiner Betrag für über eine Million Grundrentenempfänger, verglichen mit den geplanten Fördermaßnahmen für die Autoindustrie. EU-Hilfen, Abwrackprämien und sonstige Zuschüsse sind eiliges Diskussionsthema. Die Absatzausfälle der Lobbisten zählen mehr als die Renten der Paketboten und sonstigen Beschäftigten, die sich für wenig Lohn krumm machen. (Für die Lufthansa werden auf die Schnelle  neun Milliarden zur Verfügung gestellt, alles geht, wenn man will. Leider ohne Sozialplan für die Arbeitnehmer).

 

Indessen hechelt alles nach noch mehr Lockerungen in der Pandemie. Corona ist heimtückisch und schlägt oft schnell und unerwartet zu. Kirchgänger und Restaurantbesucher hat es in Frankfurt und im Landkreis Leer erwischt. Über hundert Personen sind in Charantäne. Thüringen hingegen will alle Beschränkungen aufheben. Mein Fazit der Woche: Nimmt man die Kulturbranche ins Visier, dann läuft vieles schief in Corona-Zeiten, inklusive der vielschichtigen Ungerechtigkeiten in Bezug auf Leistungen. Sicher auch Anlass für die Proteste.

Viele wollen Corona einfach nicht mehr wahrhaben, trotzdem hört man, dass sich ein Großteil an die Vorgaben hält. Geht man in die Baumärkte, dann hat man den Eindruck dass das Geld wieder locker sitzt, hier brummt der Umsatz. Ich trage weiter meine Maske beim Einkaufen wie vorgeschrieben, kleine Familientreffen liefen bereits. Im Zusammenhang mit dem Thema Grundrente geht heute mein DANK an alle Paketfahrer, die jeden Tag für wenig Geld viel leisten.

 


Gedanken über die Pandemie - KW 20


Meine Woche KW 20

Irrsinn und Mainstream mit Risiken und Nebenwirkung

Eigentlich wollte ich nur ein paar Fakten für den Blog KW 20 sammeln, aber die Aktualität der Erkennt-nisse bringt mich dazu, schon vor dem Montag zu veröffentlichen.

Heute wurde mir angst und bange, nachdem ich zufällig auf den "QAnons Channel Deutschland“  kam. Ich wollte lediglich meine Recherche zu den aktuellen Verschwörungstheorien vertiefen und dann fand ich einen Hinweis auf den unzensierten Kanal Telegram (alternativ zu Facebook und Whatsapp). Hier tummeln sich viele „Q-Anhänger“. Dort und auch unabhängig davon, posten derzeit arbeitslose Promis, Sänger und Schauspieler, immer mehr abstruse Geschichten und persönliche Corona-Statements aller Art.

Was ist nun die QAnons-Bewegung? Es geht spekuliert um einen Beamten, nahe an Donald Trumps Seite. Dieser ominöse „Q“ veröffentlicht weltweit Hinweise, dass sich Trump einsetzt, um eine geheime Macht auszuschalten,- er führe einen Kreuzzug gegen den "Deep State", den dunklen, im Untergrund handelnden Staat. Kinder sollen dorthin entführt werden,  um  sie in satanische Hände zu geben. Sie werden gequält und getötet, um dann ihr Blut zu trinken. Aus kryptischen Andeutungen und Botschaften entstanden die Foren: 4chan und 8chan. In Deutschland ist QAnons angekommen. (Siehe auch Wikipedia). Diese Anhänger sind Trump-Sympathisanten.  Ich zitiere aus einem Artikel:  „Sogar gelb unterlegte Schlagzeilen der "Bild" sind aus Sicht der Szene ein geheimes Signal: Im Flaggenalphabet steht Gelb für "Q".  Die "Bild" ist folglich inzwischen unter Kontrolle der Patrioten. Dazu gehöre auch Donald Trump, finden die QAnons. Die Beatmungsgeräte und Kapazitäten in den Krankenhäusern seien nur zur Rettung der entführten Kinder bereit gestellt. 

Der Bogen, der sich spannt,  von „Corona gibt es nicht“, „Corona kommt von den 5G-Masten“ bis hin zur bekannten „Bill Gates-Verschwörung“ oder  „Alles nur von der Pharmaindustrie initiiert“ zeigt das irre Themen-Eldorado, dass sich unaufhaltsam im Netz verbreitet.  Was ich aber für noch gefährlicher halte, ist die Tatsache, dass sich z.B. die Pressekonferenz  der sich seriös darstellenden Vereinigung „Ärzte für Aufklärung“ auf dem QAnons-Channel findet.

Der Aufhänger der Pressekonferenz zu Covid-19 lautet im Tenor:  „Inszenierung und mafiöses Verbrechen“. Die Wortführer werben anschließend für die eigene Zeitschrift. Die Ärzte bemängeln die unterschiedlichen Corona-Zahlen, vergleichen Covid-19 mit einer normalen Grippe-welle und monieren, dass die Demonstranten, als rechtsradikal und als Verschwörungstheoretiker dargestellt werden. Es gäbe viele Verbindungen zu hochkarätigen Virologen und Ärzten, die allesamt die Corona-Krise anders sehen. Die Liste der Unterstützer lässt sich auf der Homepage nachlesen. Hier gibt es drei Themen, die behandelt werden:  Impfung, Beatmung und Obduktion.  Es wird angeführt, dass in Kenia 2013 und 2014 die WHO einer angeblichen Impfung gegen Tetanus heimliche Beigaben zur Vermeidung von Schwangerschaften beigefügt hat. Es wird eine Theorie zur Atemspende beschrieben und die fehlenden Obduktionen bei Verstorbenen mit vermuteter Corona-Infektion bemängelt. Die aktuellen Maßnahmen seien überzogen und eine Impfung löse das Problem nicht grundlegend. Interessant die Frage: Was passiert, wenn wir nächstes Jahr ein anderes Virus zu bekämpfen haben? Nach der Veröffentlichung der Presse-konferenz auf You Tube gab es fast nur Zustimmung, viele bedankten sich bei den Ärzten und schimpften massiv auf die Politiker. Soweit der Fakten-Check meiner Recherche.

Und was läuft tatsächlich ab? Es ist belegt, dass der Alkoholkonsum während der Krise angestiegen ist. Es ist Tatsache, dass die Menschen schlechter schlafen. RBB Berlin meldet einen 10%igen Anstieg häuslicher Gewalt, Experten be-fürchten eine viel höhere Dunkelziffer. Social Distancing wird zunehmend nicht mehr gewahrt. Von einer Impfpflicht ist keine Rede. Die Spaltung der Gesell-schaft verbreitet sich zügig mit neuen Formen und in größeren Dimensionen. Demonstrationen werden attraktiv, bis zu tausend Menschen sind zugelassen. Geisterspiele beim Fußball, aber Demos mit vielen Menschen ok? Ist da nicht die Anweisung, Versammlungen sind nur bis 50 Personen zugelassen? Wer Compact kennt, eine seriöse Plattform für gesunden Protest, sollte da mal rein sehen. Sie, die häufig demonstrieren, warnen ausdrücklich vor den neuen "Hygiene-Demos".

Meine persönliche Meinung: Alles läuft aus dem Ruder und der Politik bald aus der Hand. Wer sich mal mit paranoider Schizophrenie befasst hat, findet viele Züge und Denkweisen, die mit den QAnon-Anhängern konform gehen. Wer glaubt, dass Trump nur ein „Clown“ ist, irrt. Er ist gefährlicher denn je, weil die Wahlen anstehen und er seine Macht mit allen subtilen Mitteln halten will. (Beispiel Deep State).

Man könnte den Eindruck haben, dieses Virus beschädigt nicht nur die Lungen sondern auch die Hirne der Men-schen. Ich glaube fast, dass erhöhter Alkoholkonsum,  exzessive Gewaltspiele und die Verlagerung von gelebter Kommunikation, hin zur einseitigen digitalen Verständigung im Lock Down, viele Menschen in dieser kurzen Zeit verändert hat. Ich glaube, es war schon in der KW 12 oder 13, als ich mich dazu geäußert habe, mich gewundert habe und nicht glauben konnte, dass die Leute nicht mehr telefonieren wollen. Meine Erfahrung in der Zeit der Ausgangsbeschränkung, in der ich viele Telefonate führte. Die Verwunderung darüber, habe ich teilweise gespürt. Dann wurde gelockert, aber  "face to face" bekam keinen Auftrieb. Viele wollen sich lieber in einer Art "Pufferzone" bewegen und sich so unterhalten. Ein Bild, ein Zitat oder eine Meinung platzieren, bevor man sie persönlich bespricht oder mitteilt, ist populärer. So liegt es ja fast auf der Hand, dass ohne großes Nachfragen, ohne Bemühung für Aufklärung und Wahrheit zigfach jede Bullshit-Headline Zuspruch und Gefallen findet.

Welt, wie hast du dich verändert! Eine neue Finanzkrise und Existenzangst brachte uns Corona. Aktuell einen entgleisenden Gesundheitsstreit. Es wird zunehmend schwerer für normal denkende und kritische Menschen, die Wahrheiten herauszufiltern, sie abzuwägen und dann danach zu handeln.

Wenn höhere Mächte alles steuern, wie beschworen, warum würde oder sollte die Politik mitspielen, die gerade mit größter Anstrengung und höchstem finanziellen Einsatz breite Hilfen anbietet? Beleuchten, thematisieren und transparent informieren sind die Instrumente, die in dieser Situation sofort von den Verantwortlichen einzusetzen wären. Die Verschwörungstheorien könnten belegbar entkräftet werden.

Mein Fazit:  Da niemand weiß, wie es sich punktgenau mit Covid-19 verhält, wie richtig oder wie falsch alle Maßnahmen waren und sind und niemand weiß, wie lange Corona Thema Nummer Eins bleibt, ist alles andere täglich neu und weiter irritierend für die Bürger. Gefühlt war diese Woche keine gute Woche.

Während ich das schreibe, flattern zwei Nachrichten aus der Nähe dazwischen: Zwei Kinder wurden in Schwarzach getötet und eine Bombendrohung, an zwei Schulen und eine Polizeidienststelle in nahen Orten, wurde in Instagram angekündigt. Heute Freitag, erwarte ich noch mit Spannung das *Polit-Barometer und wünsche allen ein schönes Wochenende. Ruhe finden im Kreis der Lieben und Besonnenheit bewahren!

Mein DANK  geht an alle, die uns wahrheitsgetreu informieren. (Nutzt das Gästebuch für Kommentare).

* Ergebnis der Umfrage (ZDF) 66% finden die Maßnahmen wie sie laufen in Ordnung, 17% finden sie überzogen, eine Mehrheit ist sowohl gegen Geisterspiele, als auch gegen die Demos.


Gedanken über die Pandemie KW 19


Meine Woche KW 19

Chaos

Jetzt sind wir so weit. Corona hat eine Chaos-Welle verursacht. Die am Anfang strengsten Vor-sichtsmaßnahmen sind passé. Der Druck der Wirtschaft und der Gesellschaft haben die Politiker und im Nachzug die Warnungen der Virologen in die Knie gezwungen. Jedes Bundesland hat jetzt seine eigenen Regeln. Daneben braut sich eine gefährliche Wende auf. Corona-Demonstranten demonstrativ ohne Maske.

Menschen die den ganzen Verschwörungstheorien glauben und alles abwählen, was vor Wochen noch wichtig war. Wie war das damals bei der Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929, als sich ein neuer, allwissender und heilsversprechender Führer aufbaute? Die Verschwörung hieß: Die Juden sind an allem schuld. Sie haben uns die Armut gebracht und das Geld genommen, vereinfacht gesagt.

Ich hab mir auch ein Video reingezogen. Sehr glaubhaft und teilweise über Wikipedia belegt, die Ver-strickungen und Verästelungen der "oberen Zehntausend". (Merkels Mann Jochachim Sauer bei den Leopoldina, die eine Studie in Auftrag bekamen, Spahns Mann ein Medienhai, große Sponsorsummen flossen an namhafte Zeitschriften und Verlage von Bill Gates, usw.) Alles was passiert ist und geplant wird,  diene nur einem Ziel, die globale Impfpflicht manifestieren und daraus einen Umsatz generieren, der alles in den Schatten stelle.  Bill Gates, der neue "Jude"? - er stecke hinter allem? Auf dem Teppich bleiben!

Jetzt sind alle die in der Pflicht, die verbal angegriffen werden. Fakten auf den Tisch zu legen. Was ist wahr und was ist falsch? Der Spiegel (angeblich mit 2.5 Milliarden gesponsert)  kann jetzt Licht ins Dunkel bringen und die angespannte, aufgeheizte Situation entkräften. Was ist an dieser Geldfluss-Aussage dran?

Noch mehr Transparenz, noch mehr Aufklärung ist dringend erforderlich. Selbst bei einem Gespräch mit einer älteren Dame hörte ich den Satz: „Wir werden nur alle veräppelt, der Bill Gates steckt hinter allem.“ Es sind also nicht nur die jungen Extremen, die Impfgegner oder die nach rechts gerichteten Menschen, es sind ganz normale Bürger, deren Meinung und Einstellung zur Coronakrise in eine ganz andere Richtung laufen. Eine gerade aufgeheizte, chaotische Konstellation. Und damit sinkt auch die Disziplin.

Wenn man in die Geschäfte geht, sieht man es oft den Gesichtern an. Maske ja, aber auch nur, weil es sanktioniert wird, wenn man ohne geht.  An einem Dönerstand habe ich sieben, acht junge Menschen warten sehen. Eng nebeneinander und ohne Masken haben sie rumgeschäkert. Ein Beispiel von vielen. Die Türen in Bayern gingen am fünften Mai auf, einen Tag vor der Bundesministerkonferenz. Die anderen Bundesländer hatten auch schon vorgezogen. Merkel wurde ins Abseits gestellt, die Verantwortung liegt intensiv bei den Landkreisen. Jetzt sind die Massen nicht mehr aufzuhalten, das Freiheitsgefühl und der Umsatz haben gesiegt und viele schreien: „Corona ist nur eine Erfindung!“

Meine Woche: Am Montag war ich überrascht, wie der vorher strenge Markus Söder seine Lockerungen begründet hat und ich habe mich wie alle gefreut. Endlich können wir dies und das erledigen.  Endlich kann man (wenigstens eine Person) wieder in die Altenheime, die sich tatsächlich sehr genau an die Hygienemaßnahmen halten. Allerdings ging das den Lieferanten zu schnell, viele Artikel, die man bestellen muss, gibt es nicht oder sie  haben eine extrem lange Lieferzeit. Viele Hersteller sind noch im Coronaschlaf.

Privat besucht wieder jeder den anderen. Ich dachte zum Wochenende, es ist  ja schon ein großer Schritt in Richtung Normalzustand. Klar Gastronomie und Kultur muss noch warten. Aber warum gehen sie gerade in dieser Woche alle auf die Straße?

Wohl weil jeder andere Interessen hat. Die einen wollen wieder zum Fußballspiel, die anderen ins Konzert, die nächsten ins Ausland oder gleich in den Urlaub. Niemand will länger warten. Vergessen sind die Toten und jeder ist sich sicher, mich erwischt es sowieso nicht. Gefühlsmäßig schwim-me ich mit, zwischen gesunder Realität und Ver-unsicherung, zwischen Glaubhaftigkeit und Zwei-feln und ich hoffe, dass sehr schnell und breit aufgeklärt wird. Die Menschen wollen Wahrheiten!

 


Im Anhang noch die Einschätzung, die Meinung, die mir eine Dame aus Köln mitgeteilt hat. Ich zitiere:

„Ich verstehe die Welt nicht mehr, warum rennen sie jetzt auf die Straße und schalten ihren Verstand aus. Meinem Bruder wurde vor drei Monaten das Bein abgenommen, ich konnte ihn nicht besuchen, er war und ist ganz alleine mit seinem Schicksal.

Fehler wurden und werden in der Krise gemacht, auch die Entscheider sind nur Menschen. Aber was sagen die Demonstranten dann, wenn sie durch ihre Unvernunft an der Beatmungsmaschine hängen müssen?“


Gedanken über die Pandemie KW 18


Meine Woche KW 18

Unruhige Zeiten

 

Was für eine Woche: Sozial-Stress, Frust, Protest, Angst in allen Formen und dann dieser Satz von Wolfgang Schäuble, Präsident des deutschen Bundestages:

„Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gäbe, dann sei das die Würde des Menschen. Aber:  Sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“ Und weiter:

"Der Staat kann nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen." Eine breite Diskussion zog dieser Satz nach sich.

Wieder ein neues Wort in der  Krise:

Nowcast >Lokalisierungsgenauigkeit. Es geht seit Tagen um die umstrittene Reproduktionszahl und die fehlende Genauigkeit dazu. Alles stürzt sich auf diese Zahl und die Politik macht daran Entscheidungen fest. Das RKI hinke hinterher, auch weil sie auf die Meldungen der Gesundheitsämter immer  warten müssen. Die R-Zahl und der Nowcast, wie sich das alles genau zueinander verhält, kann man bei heise.de lesen. Ein Ebola-Medikament mit Namen Remdesivir, kommt in die Überlegungen. Kann es helfen, wann und wem? Die Aussagen sind sehr vage.  

Einmal tief Luft holen! 10,1 Millionen Kurzarbeiter hat uns das Virus bis jetzt beschert. Die Corona-Krise dürfte in Deutschland zur schwersten Rezession der Nachkriegszeit führen", sagte der Vorstandsvor-sitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele.

Bis dato besteht noch kein Vertrag oder eine Linie bezüglich der Tracking-App, zur Ortung von Infizierten.

Sowas läuft in Deutschland nie ohne Hürden, Einwände und die Umsetzung wird noch dauern. Wie viele die App dann laden, bleibt offen. Nur ein Bruchteil der Risikogruppe mit hohem Alter wird die App,  mit einem erforderlichen Smartphone (das sie vielfach nicht haben) nutzen können.

DANKE an alle Dienstleister die durchhalten!

Diese Woche war die Woche der weiteren Spaltung und ich bin selber noch mehr verunsichert als am Anfang. Die Alltagsmasken sollen nichts taugen, die FFP2 und FFP3-Masken wurden nicht breit geordert und überhaupt, das Hin und Her, das Für und Wider für Lockerungen, Öffnungszeiten, Ver-kaufsflächengrößen und all die diskutierten Fein-heiten nerven mich nur.  "Stoppt den Wahnsinn", schreien die einen. Alles geht den Bach runter. "Weitermachen und zur Not wieder verschärfen", rufen die anderen. Die Polizei wird gut beschäftigt mit Denunzianten-Meldungen und wieder andere halten sich an gar nichts.  Ich habe weiter den Ein-druck, dass zu viele irgendetwas wissen und im Gesamten alle zu wenig. Der Druck steigt für die Politik enorm.

Meine Woche war bescheiden. Hier was erledigen, dort was umräumen und endlich die Badreno-vierung in die nähere Zukunft legen. 

Dann der 1.Mai. Geburtstag meines Mannes. Nichts mit groß feiern und Freunde treffen.  So wurde es ein Tag der Telefonate und Whatsapp-Nachrichten. Die Ausgangsbeschränkung in Bayern bleibt noch bis zum 10. Mai ... aber "Juchhu"… nächste Woche habe ich einen Friseur-Termin!

Mit den weiteren Lockerungen beginnt die KW 19 und ich bin sehr neugierig, wie sich das alles mit Corona zusammen regeln wird. Die Gastronomen müssen weiter auf die Öffnungen warten. Regional kann man sich Essen bestellen, eine kleine Un-terstützung für die Wirte! Wir machen es.

Alles in allem sind wir derzeit in einer aufgeregten, unruhigen Phase. Und so fühle ich mich auch oft. Zusätzlich rauscht und bauscht sich was auf. Die  Theoretiker für alle Arten von Verschwörungen suchen breite Aufmerksamkeit.

Zum Wochenende noch ein FUN-Bild. Behalten wir uns den klaren Blick und den Humor.



Gedanken über die Pandemie - KW17


Meine Woche KW 17

Gedanken-Momente

 

Der Ostwind hat mich in dieser Woche gestört. Die zunächst mühsam konstruierte Frisur, die mangels Friseurgang schon sehr vage geworden ist, hat der Wind sofort wieder zerzaust und offenbarte alle Stellen, die dringend Farbe benötigen. Ein kleines Frauenproblemchen, das im Vergleich zur großen globalen Coronakrise in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Ein Satz hat mich sehr beeindruckt, er kam von einer Jüdin, im Rahmen einer Gedenkfeier diese Woche. Sie meinte zu den ganzen diskriminierenden Hass- und Hetzparolen: Das Internet ist auch ein Paradies für Feiglinge. Da gebe ich ihr Recht. Feig und anonym posten, das baut sich seit Jahren auf.

Überhaupt hält uns das Virus einen Spiegel vor. Wer sind wir, wie reagieren wir in Krisenzeiten, was bewegt die Politik  und wie sehen die Hilfen aus, sind sie gerecht?

So richtig in Fahrt kam die Woche das neue R-Wort. Die Reproduktionszahl ist auf einmal das Wichtige Instrument für weitere Entscheidungen. Bis heute halten wir uns bei 0,9. Also ein Infizierter steckt statistisch 0,9 weitere Menschen an. Jetzt, in der sechsten Woche Intensiv-Corona hält Marcus Söder an seinem strengen Kurs, inklusive Maskenpflicht weiter fest. Es gibt Streiterein, weil die Bundesländer die Lockerungen unterschiedlich handhaben. Söders Kurs beschwert ihm 94% Zustimmung und ich bin sehr neugierg war sich da in Richtung K-Frage ergibt. Politik wäre nicht Politik, die Lager spalten sich. Ich bin kein Freund von Christian Lindner, aber die Lockerungen sollten tatsächlich sehr regional erfolgen. Hat ein Gastronom eine riesige Terrasse und kann die gebotenen Abstände und Hygienemaßnahmen vorweisen, warum dann keine ersten Gäste reinlassen?

Neun Spieltage stehen noch bei der Bundesliga aus, wie werden sie das handhaben, jetzt da ein Sicherheitskonzept vorliegt. Es geht um Milliarden für die Vereine. Und die Landwirte schauen bange zum Himmel, weil sie dringend auf Regen warten.

Kurzarbeiter-Geld

im europäischen Vergleich:

z.B.

 

Irland 100%

Österreich 80-90 %

Dänemark 100%

 

Auf Grundlage

des Bruttogehalts:

 

Norwegen 80 -100 %

Schweden 92,5 - 96%

Italien 80%

Schweiz 80%

Frankreich 70%

 

 

"Wir kleckern nicht, wir klotzen?" Das hat Finanz-minister Scholz vor Wochen verkündet. Es liegt auf der Hand, dass der Staat in dieser Krise nicht alle retten kann. Es gibt Ungerechtigkeiten, keine Frage. Aber bitte, warum kleckern sie beim Kurzarbeiter-geld? Die Grafik zeigt eindeutig, dass Deutschland das absolute Schlusslicht ist, mit der 60%-Lösung, bzw. mit Kind, 67% vom Nettolohn!

Die Aussicht ab dem 4. Monat 70% und ab dem 7. Monat 80% zu bekommen, stellte Arbeitsminister Heil gestern vor. Mieten, Nebenkosten usw. müssen aber jetzt bezahlt werden! Also doch nur kleckern!

Bedanken dürfen sich viele Arbeitnehmer bei ihren Chefs, die mit Weitsicht, aus eigenen Mitteln  aufgestockt haben.

 

Nützt es der Wirtschaft, wenn die Arbeiter und Angestellten kein Geld mehr haben für Konsum-güter kaufen.


Ja, es war wieder eine Woche voll mit Corona-Themen und schon wieder fällt mir eine Sache unangehm ins Auge:  Die Gesellschaft kann es nicht lassen! Ein Teil will sich wieder einmal abheben. Gewisse Perso-nenkreise leisten sich die ab Montag vorgeschriebenen Masken in ausgeklügelten, sündhaft teuren Designs. Man will da nicht dem normalen Fußvolk folgen und einfache weiße oder selbstgenähte Schutzgebilde vor das Gesicht hängen. Nein, es muss was mit Swarovski-Steinen und / oder sehr edlen Stoffen sein. Angeberei und Profilierungssucht ist das für mich, ein neuer Schaulauf. Arm und Reich, Jung und Alt, die Gesellschaft klafft immer weiter auseinander oder soll man besser sagen, sie entwickelte sich mehr gegeneinander?

Mein Dank geht heute wieder an die vielen Menschen in den Altenheimen, die weiter ausharren müssen. Und ich hoffe, dass es viele ohne psychische Schäden und daraus folgende neue körperliche Krankheiten, schaffen werden.

 

Nachtrag 25.04.2020

Wie kann man sich als Präsident der USA hinstellen und irgendetwas, was jeder normal denkende Bürger als Fakenews wegklicken würde,  in die Welt hinaus posaunen? Trump will Desinfektions- und Bleichmittel gegen Covid-19 spritzen lassen oder mit einer starken Lichtdusche behandeln. Kann er ja bei sich testen.

Verwunderlich ist nur, dass seine Anhänger, mittels Twitter von ihm manipuliert und angehetzt  das Wahl-kreuz wieder unter seinen Namen setzen werden. Armes Amerika, kann ich nur sagen. Später dementierte er seine wahnwitzige Vorstellung als "Sarkasmus". Umfragen zur Wahl am Ostermontag:  44,3 Prozent sind mit Trump zufrieden, 51,4 Prozent unzufrieden. Man kann nur hoffen, auch wir hier in Europa.


Gedanken über die Pandemie - KW 16


17.04.2020 (22)

Freitag: Verlängerung

Eigentlich war es allen klar. Verlängerung! Ob sich alle Schüler freuen, ich bezweifle es. Nur die Ab-schlussklassen dürfen am 27.April antreten. Erst am 11.Mai die älteren vor den jüngeren Schülern. Wie wird das im täglichen Schulleben ablaufen? Eine halbe Klasse kommt um acht Uhr und der Rest zeitversetzt? Auch Alleinerziehende dürfen die Kleinen in der Kita abgeben, es wird schwierig mit der Organisation, vermute ich. Gartencenter ab Montag offen, endlich. Warum auch Baumärkte und keine Möbelgeschäfte? Strenge Hygienemaßnahmen bei Geschäften unter 800 Quadratmeter, die ab dem 27.April wieder öffnen dürfen. Dann das Herauspicken einzelner Branchen wie KfZ-und Fahrradhändler, sowie Buchhandlungen. Ab 04.Mai dürfen die Friseure öffnen. Warum keine Psychotherapeuten, sie kommen ihren Klienten nicht mal annähernd so nahe. Die Minister verhandelten auf Bundesebene und Bayern bleibt beim Sonderkurs.  Mir kommt das alles wie ein hilfloser Kompromiss vor. Vorsichtige und umsichtige Lockerung ist das Credo. Gut und schön, aber die Dreifaltigkeit Medizin, Politik und Wirtschaft rudert schon gewaltig rum. Eine Person darf man zusätzlich zu denen im Haushalt lebenden Personen treffen? Wie soll ich das genau definieren und handhaben? Meinen Sohn sehen, aber die Schwiegertochter nicht mehr?  Festgelegt ist ein  Maskengebot vor der Pflicht, die kommen wird.

Erst ein Drittel an Soforthilfen wurde ausbezahlt und Wirtschaftsminister Eiwanger bemängelt die fehlerhaften Antragsstellungen. In der Sportwelt brodelt es und die viel propagierte App lässt auf sich warten. Es ist eine mehr als verwirrende Zeit, mit Maßnahmen, über die sich streiten ließe. „Wir werden das alle 14 Tage neu evaluieren“ oder „den exponentiellen Anstieg weiter einbremsen“, höre ich.  „Das Virus hält sich auch in der Luft“, so Christian Drosten bei Maybrit Illner. Ja was jetzt? Schwirrt Corona um unsere Köpfe? Eine neue Verunsicherung.  Es zeigt mir, dass sie alle zusammen noch viel zu wenig wissen, und dass sich die ganze Gesellschaft im Corona-Lernprozess befindet, der sich ziehen wird.

Das was ich sonst schon im März erledigt hatte und spätestens im Mai fix war, wird wohl in diesem Jahr kein Thema mehr sein. Urlaub buchen oder Ausflüge mit den Vereinen. Fußballspiele, tolle Live-Konzerte und alles was man sonst gerne gemacht hat, ad acta legen und schon mal auf 2021 datieren. Fraglich, wie viel Fluggesellschaften da noch existieren. Es gibt so viele Überlegungen, aber auch für mich steht der Infektionsschutz im Vordergrund.  Die (noch) Gesunden, sollten niemals das Leid jener vergessen, die in den Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen. Deshalb #allefüralle, zu Hause bleiben und zusammenhalten.

Fünf Wochen habe ich mich täglich hier im Tagebuch ausgelassen. Sorry, wenn sich manch-mal in der Eile kleine Fehler eingeschlichen haben. Heute beende ich mein tägliches Tagebuch und notiere ab der KW 17 nur noch wöchentlich meine Gedanken. Neue Ge-schichten warten darauf, fertig geschrieben zu werden, meine Aufgabenliste aus KW 13 ist noch nicht abgehakt und jetzt sollte ich endlich mein Fitness-Programm starten und ein fixer Friseurtermin für Anfang Mai steht.         

DANKE, an alle BLOG-Leser bis hierhin und ein schönes Wochenende!


16.04.2020 (21)

Donnerstag: Noch nichts fix

Für Bayern noch nichts Konkretes entschieden. „Wir müssen, wir sollen, wir können nicht …“  Nichts überstürzen, wir verlängern mit leichten Lockerungen, so das allgemeine Credo. Heute geht es in die Details für Bayern und Söder überlegte gestern noch, ob er die Schulen am 04.Mai oder am 11.Mai öffnen lassen will. Heute steht es fest: Am 11.Mai. Wiedereröffnung der kleineren Läden bis zur Größe von 800 Quadratmeter? Am Abend werde ich  mehr wissen. Wie sollen das die Familien und vor allem die Allein-erziehenden verkraften, wenn die Kitas weiter zu bleiben? Ich habe viele bange Fragen, was das soziale und psychologische Zusammenspiel  im Verhältnis zum Flachhalten der "Kurve"  auslöst. Ja, es geht um Menschen-leben und auch, wie sich die Menschen wirtschaftlich halten können.

Umsicht und Vorsicht, damit bin ich einverstanden. Wie geht es weiter? Armin Laschet regt  eine Ausgleichszahlung von den Discounterriesen an, er nennt es einen Ausgleichsfonds, in den die Umsatzgewinner Aldi, Lidl, Netto usw. einen Beitrag einzahlen. Den Appell sollte er dringend an Amazon richten! Bin neugierig, ob sich da was tut, in Bezug auf Solidarität der ganz "Großen".

Ein schöner Tag nimmt seinen Anfang, ich schiebe meine Betrachtungen nach hinten. Die Natur spricht heute eine Einladung aus: Komm, und schau dir die schöne Welt an. DANKE, du aufblühender Tag.


15.04.2020 (20)

Mittwoch: Entscheidungen

Mit Spannung warten heute alle auf das Ergebnis der Ministerkonferenz. Welches Gewicht hat das Papier der Leopoldina? Was werden sie entscheiden in Bezug auf Lockerungen und wie wollen sie das vereinheitlichen, ist doch in jedem Bundesland die Lage anders strukturiert. Bayern liegt mit den Zahlen vorne. Wie fährt Söder seinen Plan weiter? Keiner kann Allen gerecht werden. Und wie im Kleinen, so werden auch über die Entscheider Urteile gefällt. Sondersendungen und Expertenmeinungen folgen in den nächsten Tagen. Hierzu eine Grafik aus meinem Kommunikationsseminar, die uns zeigt, dass es zu jeder Konstellation eine andere Beurteilung gibt. Man kann es drehen wie man will, es wird immer gemeckert. (siehe Grafik) Ich bin neugierg auf diesen Tag.

Die Temperaturen steigen wieder und meine Lust, andere Leute zu sehen.

 

Die Haushaltsarbeit wartet, Unter-lagen sortieren und später werde  ich wieder schreiben.

Drei neue Kurzgeschichten müssen noch in Form gebracht werden.

 

Heute gehe ich einkaufen. Mein DANK geht heute an alle, die sich für die Obdachlosen einsetzen.

 


14.04.2020 (19)

Dienstag: Kunst kennt kein Corona

Die darstellende Kunst beschwert uns einen Boom. Livestreams, Videos, Nachrichten, Appelle. Facettenreiche Ideen, wie Balletttänzer in der Küche, Musikformationen auf Balkonen oder Ständchensänger vorm Altenheim. Nie hat es so etwas vorher gegeben und die Kunstbanausen können sich kostenfrei in Klassik hinein fühlen. Eine Russin ruft zum Verkleiden auf und 300.000 Leute machen mit. Das zeigt doch auch, wie schnell man für etwas begeistern kann, was die Menschen auf einfache Weise ablenkt und vereint.

 

Gestern hat ein alter Bekannter Halt gemacht. Er stieg aus seinem Auto und eine kleine Konversation über den Gartenzaun kam als gelegene Abwechslung. Er ist Seniorchef in einem Autohaus. Ich fragte ihn, wie er denn zur derzeitigen Situation steht. Ich erwartete ein Jammern und Zetern wegen der Umsatzeinbußen und war nach seiner Antwort überrascht, wenn nicht sehr berührt. Mit fester Stimme meinte er:   „Wenn Gott, Mutter Erde ist, dann hat sie sich nicht länger von den Menschen vergewaltigen lassen und zurück geschlagen, wie damals mit der Pest und der spanischen Grippe. Immer höher, schneller und weiter. Die Bremse tut der Welt gut.“ Aber du verkaufst ja derzeit nichts, entgegnete ich ihm. „Wenn ich nach vierzehn Tagen oder nach drei Wochen schon pleite wäre, dann hätte ich etwas falsch gemacht mit meinem Geschäft und im Leben. Jeder gesunde Betrieb hat Rücklagen. Die kleinen Selbstständigen, die Musikbranche, die auf der Bühne stehen, ja bei denen kann es eng werden“, ergänzte er noch. Ein interessantes Gespräch, es zeigt mir wieder, wie unterschiedlich die Menschen die Corona-Situation beurteilen.

Heute ist es mir zu kalt für draußen. Ich schreibe an meinen Kurzgeschichten weiter und deshalb mache ich es heute nur kurz hier im Tagebuch. Mein DANK heute, geht an die Polizisten, die kontrollieren müssen.


13.04.2020 (18)

Montag: Schmerzgrenzen

Meine „Osterferien“ von der obskuren Lage und Nachrichten-Überschwemmung beendete ich gestern Abend. Ich schaute mir den Trailer Contagion an, der Film mit Matt Damon aus 2011. Die ersten Minuten zeichnen mir  ein Bild von dem ab, wie es die Welt gerade erlebt und hievt ihn gedanklich für mich runter aus der Kategorie Sience Fiktion. (den Thriller schaue ich mir noch ganz an).

Armin Laschet prescht vor, er liefert Vorschläge für die Lockerungen.  Söder wollte sich morgen an seine Bayern wenden und Mittwoch wird entscheidend. Konsens und Dissens in allen (Bundes-)Ländern.

Vier Wochen Angst und Panik impfen, wirkt. Irrsinnig, was sie den Leuten alles aufschwatzen, zum Beispiel Auto waschen und desinfizieren. Ein Lohnsteuerhilfeverein bietet im Radiospot Sonderkonditionen für Menschen in systemrelevanten Berufen an. Sind wir nicht alle systemrelevant? Ohne alle Arbeiter, Angestellte und Chefs, Selbstständige, Künstler und Konsumenten, wo stünde das System? Zwei Tage ohne Hochrechnungen und weltweites Zahlen-Wirrwarr, einfach nur die Sonne genießen, das tat gut. 

Ich lese was und mir fällt ein, es war nur ein Bauchgefühl, als ich mir die Formulare für die Soforthilfen vor zwei Wochen im Netz angesehen hab. Alle sensiblen Daten elektronisch übermitteln? Ich dachte was ist, wenn … Tatsächlich, Cyberkrimminelle haben (in NRW) zugeschlagen. Sie schöpften die Daten der Antragsteller ab und leiteten das Geld auf dubiose, eigene Konten um.  Formulare ausdrucken, ausfüllen und per Post senden, warum wählte man nicht den sichersten Weg? Ich bin wohl altmodisch.

Still war es in meinem Umfeld am Ostersamstag nicht.  Ein Nachbar ließ Bäume fällen, zwei andere hörte ich Rasen mähen und der dritte war mit Holzarbeiten beschäftigt. So als solle alles perfekt sein, wenn der Osterbesuch kommt, der nicht kommt.

Schnell räumte ich lärmbedingt meinen Liegestuhl und beurteilte meine eigenen Tagebucheinträge. Von Angst und Verunsicherung, von Wissensdurst bis Ratlosigkeit und Zweifel, alles lese ich raus und ich frage mich, ob meine Gedanken eine „Durchschnittsdenke“ ist.  Wo stehe ich mit meinen Betrachtungen?

Angstgeschwängert bis Weltuntergangs-Stimmung? 

Oder bin ich sehr gelassen, abwartend auf sich schnell bessernde Zeiten? Ich denke, ich stehe irgendwo in der Mitte und sehe die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte als schwerpunktmäßig negativ. Das mag auch seine Ursache darin haben, weil Gottseidank in meinem Umfeld bis dato niemand an Covid-19 erkrankt ist. Herdenimmunität ist das Ziel. Dazu muss man die Herde geschützt und mit Umsicht und Vorsicht wieder los lassen, höre ich aus manchen Statements raus. Sie setzen auf Medikamente und auf die Impfung. Corona wird noch lange bleiben. Mein Ergebnis zur Situation: die emotionale, psychologische Schmerzgrenze ist erreicht.

Heute nehme ich mir Garage aufräumen vor und mein DANK geht an alle Osterhasen, die es geschafft haben, trotz allem ein wenig Freude zu bereiten.