Gedanken über die Pandemie - KW 13


27.03.2020 (7)

Freitag: Die Stimmungslage

GELD, überall fehlt es jetzt. Corona-Bonds oder ESM? Wie einigt sich die EU um sich gemeinschaftlich in der Corona-Finanzkrise zu helfen? Jetzt stellt sich raus wie handlungsfähig Brüssel ist.  Jedes Land ist sich zunächst am nächsten, das hat sich mit den eiligen Grenzschließungen gezeigt und niemand hat Ursula von der Leyen gefragt. Herunter gebrochen auf Städte und Gemeinden, denen die Gewerbesteuer wegfällt, kommt  eine herausfordernde, harte Zeit für alle Politiker, auf allen Ebenen und weltweit. Wir denken an unseren eigenen Geldbeutel, wie lange ist da noch genügend drin?

Hilflos muss man zusehen, wie sich durch das Virus der Welten Himmel verdüstert. Bei manchen Menschen kommt so etwas wie Weltuntergangs-Stimmung auf. Gerade das, sollten wir aber vermeiden und mit Mut, Hoffnung und Zuversicht an ein gutes Ende des Horrors glauben. Nicht einfach für die vielen Menschen, die um Job und Existenz bangen, große Angst haben, körperlich und psychisch angeschlagen sind. Das belegen auch die steigenden Zahlen bei der Telefonseelsorge. (0800 1110111 oder 0800 1110222,  oder Seelefon: 0228 71002424, kostenfrei).

Gerade lese ich das und überlege eine andere Seite: Der „Spiegel“ schreibt vom „Wunder in Peking.“ Saubere Luft und der Himmel ist blau! Erstmals ist hier der gelbliche Smog verschwunden, bedingt durch die Ausgangssperre. Das wird sich auf unsere Großstädte auch übertragen, die Umwelt atmet auf.

 

Essen, trinken, arbeiten, Schule, schlafen, Sonntag Fußball und flanieren, das war das normale Leben, etliche Jahrzehnte zurück gedacht. Mit den Jahren haben wir immer mehr Freizeitaktivitäten dazu gepackt. Alle möglichen Sportarten, Vereine, Fitness, Wellness, die Liste ist sehr lang und unsere Terminkalender und die der Kinder waren vollgepackt. Freizeitstress. Mir fällt der letzte Dezember ein. Da hatte ich selber Termine, Termine und Stress und ich fragte mich: Soll das die „staade Zeit“, die besinnliche Zeit sein?“ Jetzt haben wir die „staade Zeit“  zwangsweise und das was wir im Dezember feiern konnten, das Fest der Liebe  mit unseren Liebsten, das Zusammensein, fehlt uns am meisten.

Eine kleine Stimmungslage aus meinem Umfeld: Eine Freundin fühlt sich wie im Hausarrest und entwickelt ihre bekannt soziale Ader. Sie möchte Mundschutz nähen. Eine Verwandte berichtet von besserer Disziplin beim Einkaufen. Die Leute halten bewusst mehr Abstand.

Und wieder eine andere Dame berichtet von dem beklemmenden Gefühl, wenn man in die Arbeit gehen muss, in den Bus hinten einsteigt. Die leeren Straßen, die leere  Innenstadt empfindet sie unheimlich. So sind wir alle emotional in Corona eingebunden, fühlen und denken  anders, sind locker,  angespannt, verkrampft  oder ängstlich.

Das möchte ich alles, nach und nach, festhalten. Sendet mir eure kleinen Geschichten oder großen Aufreger aus dem Alltag oder dem Job. Was auch immer, es ist es wert, festgehalten zu werden. Auch anrufen geht, ich schreibe dann mit.  Die ersten kleinen Geschichten von euch platziere ich ab  KW 14.

Mail: medag24@t-online.de

Dick und fett ist es auf meiner Aufgabenliste unterstrichen: Keller aufräumen, ich will es nicht mehr

verschieben. Mein DANK heute geht an die vielen, freiwilligen Helfer, die sich überall melden und Hilfe

anbieten. Das ist doch ein schönes Zeichen. Es gibt ihn, den gesellschaftlichen Zusammenhalt!

Schönes Wochenende und bleibt gesund!


26.03.2020 (6)

Donnerstag: Alte Schallplatten anhören

 

Die ganze Woche dieser eisige Wind und die Kälte, das passt zur Stimmung und langsam kühlen sich die vielen Witze und Wünsche etwas ab auf Whatsapp. Man ist durch mit teilen und weiterleiten, hat es den Anschein. Die sonst schon Telefonmüden werden auch nicht aktiver.

Das RKI sieht uns erst am Anfang der Epidemie und ich befürchte, dass die Ausgangsbeschränkung noch bis zum Ende der Osterferien erweitert wird, vorerst. Vieles ist verschlafen worden. Seit 2013 leitete die Wissenschaft ein eventuelles Pandemievorkommen, eine Warnung, an die Politik weiter. Die Studien landeten in den Schubladen. Weitgehend unbeachtet, niemand wollte sich vorstellen  dass uns so etwas wie Covid-19 eiskalt erwischt. Jetzt wird der Ärzteschaft und dem Pflegepersonal täglich mehrmals und von höchster Stelle gedankt. Und vorher?

 

Bundeskanzlerin Merkel wird dreimal getestet? Der erste Test negativ, das ging durch die Medien. Ich lese von zweiten und dritten Tests.  Sie ist in Quarantäne und weshalb dreimal? Ist ein Test nicht aussage-kräftig? Oder läuft das so bei VIPs? Bei mir schleicht sich ein komischer Beigeschmack ein, mit dieser Info.

Denn heißt das denn, Test am Anfang, in der Mitte und am oder nach dem Ende der Inkubationszeit? Also wären erst drei Tests zuverlässig aussagefähig? (Irgendwann erwischt es uns eh alle hat jemand gesagt).

 

Die Landwirte rufen um Hilfe. Die osteuropäischen Erntehelfer fallen wegen der Grenzschließungen weg. Irgendwie verstehe ich die Handhabung nicht. Es ist doch alles anders in den diesen Zeiten und wir haben genug Asylanten, junge, kräftige Männer. Warum rekrutiert man die nicht alle auf die Äcker und Felder?

 Julia Klöckner schrieb an Arbeitsminister Heil: Menschen, die Asyl beantragt haben, aber nicht über eine Arbeitserlaubnis verfügen, könnten kurzfristig eine Arbeitserlaubnis in der Landwirtschaft bekommen, wenn sie dies wollten. Auch die das nicht wollen,-  jetzt wäre die Zeit, in der sie sich einbringen können (oder müssen)  in unsere Gesellschaft.

Bei mir geht es heute voller Power mit Schränke und Schubladen ausmisten weiter, ich lege mir alte Schallplatten auf (gut, dass ich noch einen Plattenspieler habe) und lasse den Fernseher lange aus. Heute mache ich mal Corona-Info-Pause. Es läuft ja den ganzen Tag Covid-19 rauf und runter. Heute nur mein kleines, bescheidenes Kleinod und DANKE, die ersten Geschichten  und Anekdoten liegen mir schon vor!


25.03.2020 (5)

Mittwoch: Spekulieren

Es ist erst der Anfang von dem, was unsere ganze globalisierte Welt bedroht, wenn wir in andere Länder sehen. Indien, mit den 1.3 Milliarden Menschen, erwartet einen Infektions-Tsunami. 1.3 Milliarden in Ausgangssperre halten, wie soll das gelingen? Die Krankenhäuser ohne Hygiene.

Das Virus ist in den Favelas in Brasilien angekommen. Abstand halten geht nicht in diesen Elendsvierteln, medizinische Versorgung fast nicht möglich und Präsident Bolsenaro leugnet die Gefahr. Die Vereinten Nationen rufen zur sofortigen Waffenruhe auf, Syrien hat nicht nur den Krieg und das Elend sondern auch Corona.

Ich liebe den Lesch! Gestern Abend habe ich mir Lesch Kosmos (ZDF) angesehen: Corona, was sagt die Wissenschaft? Absolut empfehlenswert, gut erklärt. Schaut es euch in der Mediathek an!

Ob das klappt? Mit den Anträgen für Selbstständige. Ich lese gerade: Kurz nach dem geplanten Start des Angebotes war die Internetpräsenz der Thüringer Aufbaubank nicht mehr zu erreichen. Laut Angaben der Bank, war auch das Hochladen der Antrags-Dokumente aufgrund der enormen Klickzahlen nicht möglich. Es geht chaotisch zu, teilweise haben die Banken noch gar keine Infos erhalten, der schnelle Geldfluss eine Luftblase? Für alle Bereiche und insgesamt werden 1.2 Billionen Euro mobilisiert. Ich habe mir diese Summe  in Zahlen notiert: 1.000 000 000 000 (12 Nullen hat eine Billion)

„Die Medien bauschen auf“, diese Antwort erhielt ich auf Nachfrage bei einem Bekannten, der in New York wohnt. Es geht ihm, seiner Frau und den beiden kleinen Kindern gut. „Das kann hier alles noch sehr dramatisch werden“, ergänzt er trotzdem. 

Olympia 2020 kommt in 2021, noch nie wurden die olympischen Sommerspiele verschoben worden. (Außer im Krieg 1940/44). Ich überlege, wie oft ich das in den letzten Tagen aus allen Bereichen gehört habe: „Noch nie war… noch nie hat die, der, das…“, oder: „So etwas haben wir noch nie erlebt.“

Heute hatte ich ein Telefonat mit einer alten Dame, sie meinte: „So etwas habe ich noch nie erlebt, wir sind geflüchtet im Krieg, wir hatten große Not und haben uns bei Kälte eng zusammen geschmiegt. Jetzt müssen wir wegen Corona auf Körpernähe verzichten. Meine Enkelin fehlt mir so. Welche Macht wurde uns da vom Himmel geschickt? Was soll uns damit gesagt werden?

Diesen Gedanken stelle ich gerne zur Diskussion.

Meine Tage werden mir zu kurz. Ich bin noch immer bei den ersten Aufgaben die auf meinem Zettel stehen. Ich switche hin und her. Etwas erledigen, schreiben, dies und das. Ich spekuliere über alles. Global und national und über mein Umfeld. Mein DANK heute geht an unsere Gemeinde und das Seniorenteam. Einkaufsservice und mobiler Medikamenten-Lieferdienst wird angeboten.

Übrigens: Das Klopapier-Phänomen gibt es auch in anderen Ländern. Handfeste Streitereien weiterhin bei uns, bewaffnete Klopapier-Räuber in Japan und in Hongkong ketten sie die Rollen an.


24.03.2020 (4)

Dienstag: Gratulieren

 

In ihrer Sitzung beschloss die Bundesregierung ein Milliardenprogramm: Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro, die Notfallregelung setzt die Schuldenbremse ab.  

Ich bin neugierig wie das technisch umgesetzt wird, wenn voraussichtlich am Freitag der Bundesrat alles absegnet. (Die 1,3 Millionen Menschen, die schon jahrelang auf die Grundrente mit einem Gesamtaufwand von ca. 1,3 Milliarden Euro warten, sehen mit Erstaunen, wie schnell etwas entschieden werden könnte, mehr sage ich dazu nicht, weil die Grundrente meiner Meinung sowieso auf Eis gelegt wird).  Wird es die Bürokratie für dieses neue Hilfspaket einfach machen?

Gerade für Solo-Selbstständige soll das Geld (ein Tropfen auf den heißen Stein) schnell ankommen! Wirtschaftsminister Altmaier verspricht, dass das Geld ab Ende nächster Woche fließt.  

Der DAX hat sich leicht erholt und in Amerika haben jetzt auch zahlreiche Bundesstaaten eine Ausgangssperre verhängt. New York erwischt es eiskalt und ich hoffe, dass sich das desaströse Trump-Verhalten negativ auf seine erhoffte Wiederwahl auswirkt. Dieser Mann gehört weg aus der Politik!

Der Tech-Milliardär Elon Musk hat für den Kampf gegen das Coronavirus 1255 Beatmungsgeräte gekauft und nach Los Angeles gebracht, schrieb der Tesla-Chef auf Twitter.

 

Hierzulande macht mich ein Aufruf von Ministerin Giffey hellhörig und wie ich schon letzte Woche erwähnt habe, wird eine Zunahme der häuslichen Gewalt erwartet. Sie raten, den Tagesablauf zu strukturieren, klar. Ruhe zu bewahren, auch klar. Aber ich kann mir gut vorstellen, was in einer Familie abgeht, wenn die schulpflichtigen Kinder von übereifrigen Lehrern mit Aufgaben überflutet werden, anstatt einen Gang runter zu fahren. Sechzig, siebzig Mails stauen sich im Postfach, wenn ein, zwei oder sogar drei schulpflichtige Kinder zu Hause sind. Entschleunigen! Die Kinder sind ja schon psychisch mit der Eindämmung ihres Bewegungsdrangs und dem für sie wahrgenommenen Hausarrest und dem Bangen, dass jemand aus der Familie infiziert wird, genug belastet.  Daneben soll sich eventuel die Mutter auf Home-Office konzentrieren und der Vater geht noch arbeiten. Noch gefährlicher in sogenannten prekären Familiengebilden, wenn den ganzen Tag nur der Fernseher läuft, sich die Bierflaschen stapeln und der Frust zunimmt. Ich hoffe, die Betroffenen kennen  diese Hotline: 08000 116 016.

 Zahlen-Wirrwarr?

Warum sind die Zahlen zu den Corona-Fällen so unterschiedlich? Muss das alles über die John-Hopkins-Universität laufen? Haben wir nicht genug Statistiker und große IT-Unternehmen in unserem Land, die zuverlässig zählen könnten? Das RKI hinkt den Zahlen über Infizierte und Gesunde permanet nach und dieses Zahlen Wirrwarr finde ich verunsichernd. (Gesunde werden statistisch gar nicht richtig erfasst, haben diese Personen nicht eine Art Antikörper entwickelt? Kann man die entnehmen, weiterentwickeln? Die Wissenschaft wird sich sicherlich damit beschäftigen.)

Heute gilt mein DANK den bayerischen Politikern! Die Pressekonferenzen zeigen viel Konsens für weiter-gehende Maßnahmen. Sie setzen alles daran, dass sie die Krise in den Griff bekommen. Weiter so!

Gratulieren! ...und irgendwann feiern wir nach!

Heute hat meine Schwiegertochter Geburtstag und eine Freundin. Wie gerne wäre ich zu ihnen gefahren und hätte sie umarmt und sie gefeiert.  Der Ehrentag meines Vaters am Samstag fällt auch ins Wasser. Alles war schon vorbereitet und organisiert für den 85.Geburtstag. Seine Gemeinde hat strikte Anordnung für eine absolute Ausgangssperre gegeben (von Alters wegen). Eine Hotline zur Lebensmittelbeschaffung nutzt er.

 „Ode an die Freude“ von Beethoven schallt es in den Großstädten, wie schön!


23.03.2020 (3)

Montag: Fotos sortieren

Insgesamt zeigt sich die Polizei zufrieden, wie ich lese. Andererseits noch immer 251 Verstöße in Berlin und 69 in unserer Region, bezüglich Missachtung der Ausgangsbeschränkung.

Sogar eine Schreckschusspistole zog einer auf der Innpromenade in Passau, weil er fehlenden Abstand bemängelte. Wieder junge Spaßjunkies auf einer Grillparty in Eggenfelden (16-20 Jahre). Je mehr ich darüber erfahre, desto mehr drängt sich bei mir die Glaubwürdigkeit der „Fridays-for-future-Generation“ in den Hin-tergrund. Stand bei vielen Jugendlichen doch nur das Schule schwänzen im Vordergrund? Unweigerlich fällt dieser schale Geschmack auf die ernsthaften Teilnehmer der Klima-Bewegung. Wenn ich die Welt retten will, dann kann ich das sehr gut im digitalen und vernetzten Alltag dieser Ausnahmezeit und bitte zu Hause. "Party-Fasten", ist angesagt.

 

Heute habe ich Fotos sortiert und unser Gruppen-Faschingsmotiv vom letzten Jahr:  „Kopflos durch die Welt“, passt doch genau für die uneinsichtgen hedonistischen Egoisten.

Hamsterkäufe ohne Ende! ... und dann noch,

Pressemitteilung: Aus einem Bauarbeiter-Wohnwagen wurde

Klopapier gestohlen, "what else?"

Kein Geld, keine Skrupel oder vermutlich doch kein Hirn?